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Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld

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Für Sport an einem Strang ziehen

Ein Schild, das Dr. Michael Pfitzner von der Uni Münster an Fachschaftsleiterin Sylvia Reif (l.) vom Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg überreichte, soll die Partnerschaft auch nach außen dokumentieren. Schulleiterin Monika Stoll-Röhl (r.) begrüßt die Zusammenarbeit.

Uni Münster und Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg besiegeln Partnerschaft (von Detlef Scherle, AZ 5.9.2012)

Sport-Unterricht am Berufskolleg? Bei Arbeitgebern im Kreis Coesfeld ist das ein eher verpöntes Thema. „Die sollen sich doch in ihrer Freizeit austoben“, ist einedurchaus gängige Meinung. Neben Religion ist Sport eines der Fächer, bei deneN Unternehmer oft nicht einsehen, warum ihre Azubis deswegen im Betrieb fehlen sollen.Doch dabei schwingen viele Vorurteile mit, denn im Sportunterricht am Berufskolleg hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Es geht nicht mehr nur um Spiel und Spaß. Das drückt sich auch schon im Namen aus. „Das Fach heißt jetzt Sport/Gesundheitsförderung“, berichtet Sylvia Reif, Sportlehrerin und Fachschaftsleiterin am Oswald-von-Nell-Breuning- Berufskolleg in Coesfeld. Nicht nur die sportliche Ertüchtigung steht im Vordergrund, sondern vor allem, den Auszubildenden alltagstaugliche Tipps für ein gesundheitsförderndes Verhalten zu geben. An der Unterrichtsqualität wird deshalb stetig gefeilt. Demnächst auch verstärkt mit wissenschaftlicher Unterstützung. Das Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg und das Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster haben, um in Sachen Sport an einem Strang zu ziehen, eine Partnerschaft besiegelt. Es ist das erste Berufskolleg überhaupt, das mit der Uni auf Basis einer vertraglichen Vereinbarung zusammenarbeitet – und nach der Geschwister-Scholl-Realschule in Senden die zweite Schule im Kreis Coesfeld.

 

„Die ersten Azubis sind gerade vier Wochen im Betrieb, da tut ihnen schon der Nacken weh“, berichtet Reif über ihre Erfahrungen im gerade begonnenen neuen Schuljahr. Viele Berufsstarter täten sich schwer, sich auf die körperlichen Herausforderungen ihrer neuen Tätigkeit einzustellen. Hier und da zwickt es schon. Knie- und Rückenprobleme sind an der Tagesordnung. „Das sind für uns im Unterricht gute Ansatzpunkte, um in das Thema Gesundheitsförderung einzusteigen“, so Reif. Es werde dann erstmal auch viel Theorie vermittelt – zum Beispiel über den Aufbau der Wirbelsäule, ihre Funktion und Gesunderhaltung.
„Selbst Bandscheibenvorfälle kommen bei Schülern im zweiten und dritten Lehrjahr schon mal vor“, nennt sie ein weiteres Beispiel. Um dem vorzubeugen, gelte es, berufsbezogen aufzuklären und dann auch mit praktischen Übungen zu zeigen, wie man sich fit und gesund erhält. Intervalltraining und Rückenschule sind da nur zwei Stichpunkte. „Natürlich können wir nur Anstöße geben“, so Reif – ob die Schüler sie es dann umsetzen, liege in ihrer Eigenverantwortung.

Um die neue Qualität des Sportunterrichts dauerhaft zu sichern, arbeitet das Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg schon länger mit dem Institut für Sportwissenschaft in Münster zusammen. Jetzt ist die Partnerschaft, von der beide Seiten profitieren sollen, ganz offiziell per Vertrag besiegelt worden.
Welche Vorteile hat sie? Studenten, die sich beispielsweise für eine Forschungsreihe zum Thema „Fitness-Status von Auszubildenden“ interessieren, werden von Dr. Michael Pfitzner vom Institut für Sportwissenschaft ans Kolleg verwiesen. Auf der anderen Seite kann sich das Oswald-von-Nell- Breuning-Berufskolleg melden, wenn es zum Beispiel bei Sportfreizeiten oder Projekten Unterstützung von Studenten benötigt. Es ergebe sich eine „Win-win-Situation“, so Pfitzner. „Der Vernetzungsgedanke“, erklärt er, sei das zentrale Thema.

Unser Partner:

Das Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster.