Das Oswald

Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld

Medizinische Fachangestellte

Ein Beruf im Aufwind!

Bin ich als Medizinische/r Fachangestellte/r eigentlich das gleiche wie ein/e Arzthelfer/in?

Mit der „Verordnung über die Berufsausbildung zum Medizinischen Fachangestellten/zur Medizinischen Fachangestellten“ (2006) wurde das Berufsbild der MFA an die Erfordernisse der modernen Patientenversorgung angepasst. Die „Medizinische Fachangestellte“ ersetzt seit August 2006 die frühere „Arzthelferin“.

Medizinische/r Fachangestellte/r ist eine passende Bezeichnung für einen Beruf, der an der Schnittstelle zwischen Patient, Technik und Mensch steht. Der neue Name soll der zentralen Bedeutung der Medizinischen Fachangestellten und den vielfältigen Anforderungen in der Praxis Rechnung tragen. Schon längst hat die/der Medizinische Fachangestellte komplexere Aufgaben als nur dem Arzt zu „helfen“.

 

Aufgaben der/ des MFA

Im Praxisteam sind sie die „Manager“ des Praxisbetriebs. 

Sie empfangen die Patienten und betreuen sie vor, während und nach der Behandlung. Sie organisieren aber auch den Praxisablauf und übernehmen vielfältige Büro- und Verwaltungsarbeiten, einschließlich der Abrechnung. Es können also zwei Aufgabenbereiche unterschieden werden: der medizinische Bereich und der Verwaltungsbereich.

Sie übernehmen vielfältige medizinische Aufgaben.

Typische Beispiele für medizinische Aufgaben sind die Durchführung der Blutentnahme, die Messung des Blutzuckerspiegels, die Verabreichung von Spritzen, die Vorbereitung von Infusionen, die Durchführung der Urindiagnostik, die selbständige Ableitung des Elektrokardiogramms (EKG), die Desinfektion, Reinigung und Sterilisation, von Instrumenten und Geräten.

Sie übernehmen unterschiedliche Verwaltungsarbeiten.

Typische Beispiele für Verwaltungsaufgaben sind die Bearbeitung der Post, das Schreiben von Arztbriefen, die Terminplanung, die Materialbestellung, die Abrechnung der ärztlichen Leistungen, die Vorbereitung und das Ausfüllen unterschiedlicher Formulare wie z.B. Überweisungen zu anderen Ärzten.

Ein zentraler Aspekt beider Tätigkeitsbereiche ist der Umgang mit Menschen.

Als MFA gehen Sie auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche der Patienten ein und sprechen sich mit Teamkollegen und Ärzten ab.

Details zur Ausbildung

Voraussetzungen

Gute Chancen, einen Ausbildungsplatz als MFA zu finden, haben Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit einem mittleren Bildungsabschluss. Hilfreich sind Vorkenntnisse im Bereich Wirtschaft und Gesundheit.

Als zukünftige/r MFA sollten Sie sich natürlich für medizinische Themen interessieren. Sie sollten gerne mit Menschen umgehen und im Team arbeiten. Dabei sollten Sie in der Lage sein, auch unter Belastung ordentlich und sorgfältig zu arbeiten. Wichtig ist auch, dass Sie Spaß am Lernen haben!

 

Dauer

In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre. Sie erfolgt wie bei allen anderen Ausbildungen des dualen Systems sowohl im „Betrieb“, d.h. meist in Arztpraxen oder Krankenhäusern als auch in der Berufsschule.

 

Ausbildungsbetriebe

Welche der mehr als 30 medizinischen Fachrichtungen infrage kommt, hängt von der persönlichen Neigung ab: Wer Kinder mag, ist beim Kinderarzt richtig. Wer sich für Ohrenerkrankungen interessiert, sollte sich bei einem HNO-Arzt bewerben. Eine sehr große Vielfalt unterschiedlicher Patienten bietet die typische Hausarztpraxis.

Medizinische Fachangestellte sind aber auch in anderen medizinischen Versorgungseinrichtungen tätig. Sie werden auch in medizinischen Laboratorien, in betriebsärztlichen Abteilungen von Unternehmen und im öffentlichen Gesundheitsdienst eingesetzt. Darüber hinaus sind sie in Institutionen und Organisationen des Gesundheitswesens beschäftigt.

Prüfungen

Prüfungen

Die Zwischenprüfung im zweiten Ausbildungsjahr besteht aus einem kaufmännischen Bereich (40 Minuten) und einem medizinischen Bereich (80 Minuten).

Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.

Die prüfungsbesten Medizinischen Fachangestellten im Bereich Westfalen-Lippe werden von der Ärztekammer zu einer Feierstunde ins Ärztehaus nach Münster eingeladen. Sie erhalten eine Urkunde und ein Buchpräsent.

Aufstiegsmöglichkeiten

Eine Möglichkeit ist die Aufstiegsfortbildung zur/m Fachwirt/in für ambulante medizinische Versorgung. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Berufsschulunterricht

Berufsschulunterricht

Der Unterricht orientiert sich an Lernfeldern.

Das sind zielorientierte thematische Einheiten, die sich aus beruflichen Aufgabenstellungen und Handlungsabläufen ableiten.

 

1.     Ausbildungsjahr:

Lernfeld 1 (60 Std.): Im Beruf und Gesundheitswesen orientieren

Lernfeld 2 (80 Std.): Patienten empfangen und begleiten

Lernfeld 3 (80 Std.): Praxishygiene und Schutz vor Infektionskrankheiten organisieren

Lernfeld 4 (60 Std.): Bei Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparates assistieren

 

2.     Ausbildungsjahr

Lernfeld 5 (80 Std.): Zwischenfälle vorbeugen und in Notfallsituationen Hilfe leisten

Lernfeld 6 (80 Std.): Waren beschaffen und verwalten

Lernfeld 7 (60 Std.): Praxisabläufe im Team organisieren

Lernfeld 8 (60 Std.): Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen der Erkrankungen des Urogenitalsystems begleiten

... und dann:

3.     Ausbildungsjahr

Lernfeld 9 (80 Std.) Patienten bei diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen der Erkrankungen des Verdauungssystems begleiten

Lernfeld 10 (40 Std.): Patienten bei kleinen chirurgischen Behandlungen begleiten und Wunden versorgen

Lernfeld 11 (80 Std.): Patienten bei der Prävention begleiten

Lernfeld 12 (80 Std.): Berufliche Perspektiven entwickeln

Diese Lernfelder werden in den drei Ausbildungsjahren unterrichtet. Die verschiedenen Lernfelder werden vier folgenden Bündelfächern zugeordnet.

1. Medizinische Assistenz (Lernfelder 3, 5, 9)

2. Patientenbetreuung und Abrechnung (Lernfelder 4, 8, 10)

3. Wirtschafts- und Sozialprozesse (Lernfelder 1, 6, 12)

4. Praxismanagement (Lernfelder 2, 7, 11)

Der Unterricht in den allgemeinbildenden Fächern (Deutsch, Englisch, Politik, Religion und Sport) orientiert sich inhaltlich an den Lernfeldern.

Darüber hinaus bieten wir unseren Schülerinnen an, sich im Bereich Qualitätsmanagement (QM) fortzubilden. Während die Module I + II an unserer Schule angeboten werden, besteht im Anschluss die Möglichkeit, durch eine Teilnahme am von der Ärztekammer angebotenen Modul III die QM-Kenntnisse zu vervollständigen. Dieses Angebot trägt den Anforderungen aus den Praxen Rechnung, dass ein funktionierendes QM-System in der Praxis nicht nur wünschenswert, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben ist.

Wer unterrichtet mich am Oswald-von-Nell-Breuning- Berufskolleg?

Das ist unser Team:

von links nach rechts: Herr Weßling, Frau Kujawa, Dr. Meyer-Wahl, Herr Machinek und Frau Lülf

(Letzte Überarbeitung September 2016 durch Dr. Meyer-Wahl)

Medizinische Berufe

Noch Fragen?

Ansprechpartner in der Schule:

StR Dr. med. Robert Meyer-Wahl 

Ärztekammer Westfalen-Lippe
Ressort Aus- und Weiterbildung
Postfach 40 67, 48022 Münster

E-Mail:
weiterbildung@aekwl.de,
ahaw@aekwl.de Tel.: 0251 929 – 0