Das Oswald

Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld

EU Planspiel 2016

Sich einbringen und mit entscheiden!

Die aktuelle Flüchtlingslage ist keine Ausrede für die Verletzungen der Pressefreiheit! Rückt ein möglicher EU-Beitritt der Türkei wieder in weite Ferne?

50 Schülerrinnen und Schüler des Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskollegs verhandelten in einem Planspiel die Schritte zum EU-Beitritt der Türkei.

 

Der Türkeibeitritt zur Europäischen Union ist ein kontroverses Thema! Zu dieser Erkenntnis kamen 50 Schülerinnen und Schüler (SuS) unserer Europaschule. Sie nahmen an einem Planspiel zur Erweiterung der Europäischen Union teil und verhandelten dabei als politische Entscheidungsträger.

Möglich gemacht wurde das Planspiel durch die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn, die derzeit die Planspielreihe „Die Türkei – der überflüssige oder überfällige Beitrittskandidat?“ an mehreren Schulen in NRW durchführt.

In diesen Tagen konnten die SuS in ganz verschiedene Rollen schlüpfen. Als Mitglied der Europäischen Kommission, Abgeordneter des türkischen Parlaments, Regierungsmitglieder eines Mitgliedslandes im Allgemeinen Rat oder auch in der Rolle des Interessenvertreters diskutierten sei verschiedene Standpunkte zum Thema „Passt die Türkei in die EU?“ Am Ende des Tages sollte dabei eine gemeinsame Roadmap mit konkreten Maßnahmen entstehen. Leichter gesagt, als getan. Getreu dem Spruch: „Nur wer selbst für etwas brennt, kann in anderen ein Feuer entfachen“, versuchte man sich gegenseitig von seinem eigenen Standpunkt zu überzeugen. Fidan Shala erzählt dazu: “Ich wusste nicht, was auf mich mit dem Planspiel zukommen wird. Ich habe nicht erwartet, dass mir das viele Diskutieren und meine Rolle als Vorsitzender des Allgemeinen Rates so viel Spaß machen würde!“

Der Tag war gefüllt mit hitzigen Diskussionen und Debatten. Die verschiedenen Argumente wurden – wie auch im echten Leben – im Plenum ausgetauscht und abgewogen. Neben der Ausarbeitung der gemeinsamen Position waren die intensive Debatte über den Vorschlag und das Erstellen von konkreten Bedingungen in den Beitrittsverhandlungen die zentralen Lernfelder des Tages. Als Highlight stand am Ende eine finale Abstimmung über die Annahme der erarbeiteten Roadmap.

Besonderes Lob gebührte an diesem Tag den Vorsitzenden und Vizevorsitzenden der Europäischen Institutionen und des türkischen Parlaments. Sie hatten die Aufgabe, die Debatten anzuleiten und die verschiedenen Interessen in Einklang zu bringen. „Für mich war es sehr schwer eine Rolle zu spielen, die überhaupt nicht meiner Meinung entspricht. Es war aber trotzdem sehr interessant, auch einmal die Gegenseite zu betrachten und sich mit den vielen unterschiedlichen Meinungen auseinander zu setzen.“, so Emelie Röll.

„Bei der Simulation erfahren die jungen Leute hautnah, wie schwierig es ist, im demokratischen System für die eigene Meinung in Debatten einzutreten und Kompromisse auszuhandeln“, berichtet Enno Litzkendorf vom Forum Jugend und Politik der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn. „Wir möchten Jugendlich für Politik interessieren und ihre Bereitschaft, sich einzubringen, stärken. Der spielerische Ansatz der Politikvermittlung kommt bei Jugendlichen sehr gut an. Denn gerade bei einem so komplexen Thema werden in einem Planspiel die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Europäische Union und die Zusammenarbeit in Europa schnell deutlich.“

Und wie ging’s aus? An den beiden Tagen konnten sich die SuS auf keine gemeinsame Roadmap zum Beitritt der Türkei in die EU einigen. Besondere Streitpunkt war die Beilegung des Zypernkonfliktes, der für einen endgültigen Beitritt in die EU eine Grundvoraussetzung darstellt. Einig war man sich aber darüber, dass die Türkei in der Umsetzung von Menschenrechten und Pressefreiheit noch Nachholbedarf hat. Zudem soll die Türkei im Umgang mit den vielen syrischen und irakischen Flüchtlingen finanziell durch die EU unterstützt werden.

Das Planspiel half den SuS beim Verständnis politischer Diskussionen und Prozesse, wie Max Renners schildert: „Ich hätte nie gedacht, dass ich als Interessenvertreter einen so großen Einfluss auf die Politiker nehmen kann! Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich aktiv in die Politik einzubringen und sich in der Politik zu engagieren.

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