Das Oswald

Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld

BVB Lernzentrum 2018

Ein Vormittag in schwarz-gelb

Interkulturelles Lernen beim BVB

Am Donnerstag, den 22.03.2018 nahm unsere Klasse, die GH-16 vom Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld, zusammen mit Schülern aus Portugal, Frankreich, England und der Slowakei am „Komm an“-Projekt des Fan-Projekt Dortmund e.V. teil. Die fünf Delegationen waren Teil des „YES-Projekts – Young, European and Skilled“, das von der EU als ERASMUS+-Projekt von 2016 – 2018 unterstützt wurde.

Im BVB-Lernzentrum im Signal-Iduna-Park beschäftigten wir uns mit dem wichtigen Thema „Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen“. Dies ist gerade momentan etwas, mit dem sich viele Menschen beschäftigen, da durch die Flüchtlinge, welche nach Deutschland und in die anderen EU-Länder kommen, immer mehr neue und auch sehr unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen. Wir haben uns somit hauptsächlich mit der Frage beschäftigt, ob es für uns gut ist oder nicht, dass so viele Kulturen hinzukommen.

Der Teamer des Fanprojekts, Daniel Schröder, diskutierte mit uns darüber, dass viele Menschen in Deutschland Angst vor neuen Religionen und fremden Einflüssen haben, obwohl dieses Land selber nicht wirklich religiös ist. Das wohl bekannteste Gesprächsthema in diesem Fall ist die Religion „Islam“. Doch was von vielen nicht bedacht wird ist, dass schon immer neue Kulturen und Menschen aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen sind. Probleme im Miteinander bereiteten auch häufig die fehlenden Sprachkenntnisse, jedoch sollte bedacht werden, dass die Flüchtlinge gar keine Chance haben, eine neue Sprache in ihrem Land zu lernen, da dort zwischen Krieg und allen anderen Problemen keine Zeit bleibt und Flucht nicht geplant wird. Doch neue Sprachen können Bewusstsein für andere Sprachgebräuche geben. Wir gewinnen nur neues hinzu. Durch neue Wörter bekommen wir nur mehr Möglichkeiten. Wir verlieren nichts. „Die Sprache ist der Spiegel einer Gesellschaft“. Häufig ist uns gar nicht wirklich bewusst, wie viele Wörter einer anderen Sprache wir schon in unserem Sprachgebrauch verwenden. Ein Wandel in unserem Denken wird durch einen Wandel unserer Sprache gefördert. Wir wären überrascht, wenn wir wüssten, wo teilweise unsere Worte, die wir verwenden, eigentlich herkommen und was in Wirklichkeit ihre Bedeutung ist.

Nachdem wir uns über neue Kulturen, neue Sprachen und auch neue Menschen unterhalten haben und als wichtig herausgestellt wurde, keine Vorurteile und Ängste zu haben, sind wir zu einem Quiz gekommen, welches uns verdeutlichen sollte, dass Dinge, die wir in unseren Ländern als typisch empfinden, gar nicht unbedingt dort herkommen.

Die erste Frage beschäftigte sich mit dem „typischen“ nationalen Gebäck Frankreichs – dem Baguette. Dieses wurde nämlich nicht - wie die meisten annehmen - in Frankreich zuerst gebacken, sondern in Österreich, von einem Bäcker in Wien während des Wiener Kongresses.

Das Croissant wurde ebenfalls in Wien erfunden. Die Form erinnert an einen Halbmond. Dieses Gebäck wurde während der Belagerung von Wien von einem Wiener Bäcker zur Ehren der Osmanen gebacken.

Nun kamen wir zum Regenschirm. Dieser wurde nämlich in China als Sonnenschirm erfunden und nicht in Schweden, Kanada oder gar Deutschland.

Die für Deutschland typische „Marschmusik“ entstand hingegen in der Türkei, genauso wie Gartenzwerge, die in manchen deutschen Gärten zu finden sind.

Diese Beispiele zeigten uns, das Dinge, welche als typisch für ein Land gelten, nicht unbedingt dort erfunden wurden. Auch diese Erfindungen legten einen langen Weg zurück und mussten sich in den entsprechenden Ländern erstmal durchsetzen. Mittlerweile sind sie für uns jedoch normal.

Das Fazit des Workshops war, dass sich unser ganzes Leben und die Kultur ständig verändert. Wir sollten unsere Augen, die Herzen und unser Gehirn offen halten und neue Dinge ausprobieren. Neue Dinge sind nicht immer schlecht. Sie sind zu Beginn nur ungewohnt. Wichtig ist, dass man offen für Neues ist. Man muss dieses ja nicht mögen. Man sollte es jedoch ausprobieren.

Das persönliche Highlight für alle Fußballfans war natürlich die anschließende Stadiontour. Wir starteten auf der legendären Südtribüne. Dort durften wir zuerst das beeindruckende Stadion auf uns wirken lassen. Natürlich fehlte dort auch nicht das typische Gruppenfoto. Der weitere Rundgang führte zum Zugang der Pressetribüne. Dort kommen alle Spieler an und betreten zum ersten Mal das Stadion. Von dort ging es durch den beeindruckenden Gang, tapeziert mit Fotos der Südtribüne in Aktion, in den Presse-Bereich. Dieser verbindet die Umkleidekabine der Dortmunder Mannschaft mit der der Gastmannschaft und die Umkleidekabinen durch den Tunnel mit dem Stadion. Hier werden auch die Interviews gegeben, welche häufig im Fernsehen gesendet werden. Nach einem kurzen Einblick in die Umkleidekabinen der Spieler ging es bei echter Einlaufmusik zurück in das beeindruckende Stadion. Das Gefühl, wenn man aus dem dunklen und schmalen Tunnel in das riesige hell erleuchtete Stadion tritt, bekommt man so schnell nicht wieder. Aber es ist toll. Sogar auf der richtigen Spielerbank durften wir Platz nehmen und dadurch ein wenig die Luft eines richtigen Fußballspielers schnuppern. Leider war die Sitzheizung nicht an.

Im Anschluss besuchten wir noch das Borusseum. Dies ist das Museum des Vereins und gibt einem einen guten Überblick über die Höhepunkte in der Geschichte der „Borussen“. Darunter zählen die  acht Meisterschaften, die vier DFB-Pokalsiege, der Sieg des Europapokals der Pokalsieger, der Weltpokal und natürlich der unvergessene Championsleaguesieg 1997 gegen Juventus Turin, als Lars Ricken den 20 Meter Heber machte.

Es war ein beeindruckender Besuch im Dortmunder Stadion. Dieser Tag hat eindeutig zum Nachdenken angeregt und einen tollen Eindruck hinterlassen.

(Frauke Rösner und Steven Heller, Auszubildende im Groß- und Außenhandel, 2. Ausbildungsjahr)

Galerie