Das Oswald

Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld

Aktionstag Diabetes (II)

Aktionstag zum Thema „Diabetes als Volkskrankheit“ am Oswald geht in die zweite Runde!

In diesem Jahr durften wir Frau Annegret Hellenkamp zum zweiten Mal als engagierte Referentin zum Thema „Diabetes als Volkskrankheit“ in unserer Schule begrüßen. Die Abschlussklassen der Medizinischen Fachangestellten und der Berufsfachschule Gesundheit konnten am 3. Mai 2018 im Europaraum unserer Schule ihre Kenntnisse zu diesem Krankheitsbild in Theorie und Praxis vertiefen.

Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung in den westlichen Industrienationen und damit Volkskrankheit Nummer 1. Derzeit sind etwa 6,7 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes mellitus erkrankt. Die Dunkelziffer ist hoch. Es gibt etwa zwei Millionen, die noch nichts von ihrer Erkrankung wissen. Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich oft schleichend, ohne dass die betroffenen Personen zunächst gravierende Symptome bemerken.

„Die Anzahl der Diabetiker in Deutschland sei zudem stark steigend“, erklärte Frau Hellenkamp. Etwa 90 Prozent aller Diabetiker haben Typ-2-Diabetes. Nur die Hälfte von ihnen ist älter als 65 Jahre, so dass die Bezeichnung „Alterdiabetes“ schon lang nicht mehr zutreffend ist. Zudem bestehe die Tendenz, dass mehr und mehr jüngere Menschen an Diabetes erkranken. Wesentliche Risikofaktoren hierfür sind Bewegungsmangel und eine hochkalorische Ernährung, die in der Kombination zu Übergewicht und Adipositas führen. Frau Hellenkamp ließ die Schülerinnen und Schüler schätzen, wieviel Meter durchschnittlich Frauen oder Männer in Deutschland am Tag laufen. Die Antwort war erschreckend. „Im Schnitt“, erklärte Frau Hellenkamp, “ sind es nur etwa 500m“.

Deutschland belege darüber hinaus einen traurigen ersten Platz in Europa, was die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas angehe, dicht gefolgt von Großbritannien.

Frau Hellenkamp, die auf eine jahrelange Erfahrung mit diesen Patienten als Diabetesberaterin in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis zurückblicken kann, ließ die Schülerinnen und Schüler an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben. Sie berichtete aber auch von Fällen aus ihrem privaten Umfeld, beispielsweise von ihrem Patenkind aus Hamburg, einem Jugendlichen, der seinen Typ-1-Diabetes weitestgehend selbst behandelt und auf einer Grillparty durch die blutzuckersenkende Wirkung des Alkohols in eine lebensbedrohliche Hypoglykämie (Unterzuckerung) geriet.

Ferner konnten die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen BMI (Body Mass Index) berechnen und damit erfahren, ob auch sie normalgewichtig, übergewichtig oder adipös sind. Darüber hinaus lernten die Schülerinnen und Schüler ihren individuellen Grundumsatz und ihren individuellen Kalorienbedarf zu berechnen. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren auch, wie hoch ihr individuelles Risiko ist, selbst an Typ-2-Diabetes zu erkranken. In Gruppen konnten die Schülerinnen unterschiedliche Mahlzeiten zusammenstellen z.B. das „Genießerfrühstück“ und „die gesunde Alternative“. Das Ergebnis wurde von den Schülerinnen und Schülern zusammen mit der Gesamtzahl der darin befindlichen Kalorien präsentiert. Diese führte häufig zu erstaunten Reaktionen, wenn festgestellt wurde, dass einige der zusammengestellten Mahlzeiten bereits einen Großteil des Kalorienbedarfes des ganzen Tages deckten.

In Gruppen durften die Schülerinnen und Schüler dann auch ihren Blutzucker bestimmen.  Als Besonderheit stellte Frau Hellenkamp auch die innovative Methode der Blutzuckermessung ohne Stechen mit dem FreeStyle Libre Messsystem vor.

„Erfrischend und etwas ganz Besonderes“, beschrieb eine Schülerin den Aktionstag, als eine Journalistin der lokalen Presse sie nach ihrer Einschätzung fragte.

 

Meyer-Wahl