Das Oswald

Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg in Coesfeld

Europatag Mai 2018

Europa bei strahlendem Sonnenschein auf dem Marktplatz und im OSWALD

Ein Europa der Jugend
Europa war in den letzten Jahren häufig in der Diskussion. Meistens handelten die Berichte in den Medien von Krisen, wie der Finanzkrise oder den Brexit. Rechtspopulisten in ganz Europa forderten und fordern das Verlassen der EU und die Rückbesinnung auf die Nation. Die Bewegung „Pulse of Europe“ wollte diesen Ideen etwas entgegensetzen und zeigen, wofür Europa steht und was Europa seinen Bürgern bringt. Veranstaltungen und Demonstrationen in ganz Europa sollten zeigen, dass es auch diejenigen gibt, die hinter Europa stehen, dass Europa nicht nur in der Kritik steht und dass es auch Menschen gibt, die die Vorteile der EU sehen. In Coesfeld gab es zwei Europatage, an denen ein Bekenntnis zu Europa im Mittelpunkt stand. Der dritte Coesfelder Europatag sollte sich direkt an die Jugend wenden und aus diesem Grunde wandte sich einer der Initiatoren der Coesfeld Europatage, Herr Levermann, an die beiden Europaschulen Coesfelds, dem Heriburg-Gymnasium sowie dem Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg, und bat sie, sich am 3. Coesfelder Europatag zu beteiligen. Gerne folgten beide Schulen sowie der Kreis Coesfeld diesem Ruf und nutzen die Gelegenheit, ein Zeichen für Europa zu setzen.
Aus diesem Grund war der Europatag für das Oswald in diesem Jahr ein besonderer Europatag, denn es fanden gleich mehrere Aktionen statt: Auf dem Marktplatz von Coesfeld setzten die Europaschulen Coesfelds ein Zeichen für Europa und in anregenden Diskussionen mit gleich zwei Politikern, Herrn Hinrichmann (MdB) und Herrn Radkte (MEP), bekamen die Schülerinnen und Schüler des Oswalds Informationen aus erster Hand.


Auf dem Marktplatz
Am „kalendarischen“ Europatag, den 9. Mai 2018, zogen Klassen der Coesfelder Europaschulen in einen Sternenmarsch in die Stadt. Auf dem Marktplatz versammelten sich etwa 850 Schülerinnen und Schüler und schwenkten blau-gelbe Fähnchen und Luftballons. Auch die Politik war durch den Landrat, Herrn Schulze-Pellengahr, den Bürgermeister von Coesfeld, Herrn Öhmann, sowie den Bundestagsabgeordneten, Herrn Hinrichmann vertreten.
Zunächst stand eine Siegerehrung auf dem Programm. In diesem Jahr veranstaltete der Kreis Coesfeld erstmalig ein Europaquiz für alle Schulen im Kreisgebiet, bei dem Preise im Gesamtwert von 1000 € verlost wurden. Unsere HH1-16 durfte sich über den ersten Platz freuen und kann nun eine Abschlussfeier mit einem Scheck über 500 € finanzieren.
Die HBF-16 berichtete im Anschluss über ihr achtwöchiges Auslandspraktikum. Die Schülerinnen Liliana und Celia Kort konnten ihre Erfahrungen aus Spanien teilen, Fabienne Hemmen, Marlene Kelliger und Rouven Schmidtke berichteten aus Frankreich, Celine Wenzel aus Großbritannien und Kaja Kucharska schwärmte von ihren Wochen auf La Réunion. Nach all diesen Berichten konnten die anwesenden Schülerinnen und Schüler noch etwas gewinnen: Bei einem vom Heriburg und Oswald vorbereiteten Stationenlauf gab es drei weitere Preise, die von der Volksbank gesponsert wurden. Die GY1-17 und GY2-17 begleiteten die meist jungen Schülerinnen und Schüler des Heriburg Gymnasiums durch die fünf Stationen, die vom Oswald vorbereitet wurden, und dabei zeigten die Schülerinnen und Schüler, dass sie großes Einfühlungsvermögen beim Umgang mit jüngeren Jahrgängen haben.
Nach der Siegerehrung des Stationenlaufs durch den Bundestagsabgeordneten Hinrichmann und den Bürgermeister von Coesfeld, Herrn Öhmann, ging es zurück ans Oswald, wo der zweite Teil des Europatags auf die Beteiligten wartete.

Hoher Besuch aus Berlin
Nachdem Herr Hinrichmann den Europatag mit ca. 850 Schülerinnen und Schülern der Coesfelder Europaschulen besucht hatte, ging er zusammen mit Herrn Tews zum Oswald, wo er den Klassen GY1-16, GY2-16 und HBF-17 als Experte aus Berlin Rede und Antwort stand. Die GY1-16 und GY2-16 wurden durch Frau Leppelmann im Fach Gesellschaftslehre/Politik auf dieses Treffen vorbereitet und die Schülerinnen und Schülern beider Klassen stellten Herrn Hinrichmann ihre Fragen bezüglich der Themen: Auswirkungen der Politik Trumps, Freihandelspolitik in der EU, Auswirkungen des Brexit, Asylpolitik – Flüchtlingsfrage, Problem EU-Feindlichkeit, Umgang mit der Türkei und die allgemeine außenpolitische Situation.
Herr Hinrichmann begann sogleich mit seiner Sichtweise zu Europa. Er stört sich daran, dass die EU meistens mit Negativschlagzeilen in Verbindung gebracht wird. Die Regelung zur Krümmung von Salatgurken oder die Rettungspakete, die im Zuge der Finanzkrise geschnürt werden mussten, prägen eher die öffentliche Meinung über die EU als ihre Errungenschaften, wie die Reisefreiheit oder die Friedenssicherung. Die europäischen Länder sind zudem zusammen stärker und können mehr in der Welt bewegen, als alleine. Ein Land wie Deutschland kann wenig gegen die Politik eines Donald Trump ausrichten, aber viele europäische Länder gemeinsam können schon einiges bewirken. Herr Hinrichmann setzte große Hoffnung in eine Belebung der europäischen Idee durch das Duo Macron – Merkel, mahnte aber an, dass sich alle Länder an die gemeinsamen Ziele auch halten müssen. Er findet es ungerecht, wenn wenige Länder, wie zum Beispiel die Bundesrepublik, in die EU einzahlen, damit andere Länder einseitig gefördert werden können. Auch die Flüchtlingspolitik, das zurzeit viel diskutierte Thema, wurde angesprochen. Herr Hinrichmann unterstrich, dass es im Nachhinein einfach ist, Frau Merkel wegen der Flüchtlingspolitik zu kritisieren. Sie musste damals eine Entscheidung treffen, als tausende von Menschen in unwürdigen Lebensverhältnissen vor den Toren Europas warteten und sie entschied sich für die Menschlichkeit. Er sei froh, dass er diese Entscheidung nicht treffen musste.
Als sich Herr Hinrichmann gegen 13.30 Uhr von den Schülerinnen und Schülern verabschiedete, ging ein langer Europatag zu Ende, der alle Beteiligten mit vielen Eindrücken zurückließ. Das Oswald hat den 9. Mai 2018 dazu genutzt ein Zeichen für Europa zu setzen und wenn man die Berichte in der Presse betrachtet, ist das auch gelungen.


Besuch aus Brüssel und Straßburg
Er kommt aus dem Ruhrgebiet, scheut jedoch auch den Weg in das Münsterland nicht und Vertritt diesen Teil NRWs als gewähltes Mitglied im Europäischen Parlament: Dennis Radtke, CDU.
Anlässlich des Europatages am 09. Mai besuchte der MdEP unsere Europaschule und stand den Schülerinnen und Schülern der IK-16, der beiden Klassen in der Ausbildung zur Industriekauffrau / zum Industriekaufmann Rede und Antwort.
Angeregt und unterstützt von Ihren Lehrerinnen Frau Leppelmann und Frau Schäpers hatten sich die Auszubildenden während des Politikunterrichtes intensiv mit Europa und den aus ihrer Sicht drängenden Themen auseinandergesetzt. Nun wollten sie die Gelegenheit nutzen, Antworten aus erster Hand von einem der politischen Akteure der EU zu erhalten.
In der Folge entstand ein intensiver Austausch zu Themen wie der inneren Sicherheit und der Sicherheit der europäischen Außengrenzen, der Jugendarbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Entwicklung in anderen europäischen Ländern sowie der Energiepolitik in Deutschland und Europa.
Dabei überraschte Herr Radtke die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit Einblicken in den politischen Prozess auf europäischer Ebene, sondern äußerte sich auch ganz persönlich als Mensch und Bürger Deutschlands und der europäischen Union.
In der abschließenden Reflexionsrunde lobte nicht nur der Europaabgeordnete die gute Vorbereitung der angehenden Industriekaufleute, sondern auch die Schülerinnen und Schüler bedankten sich für die authentischen und auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Art und Inhalte der Kommunikation und die gewährten Einblicke sowohl in die „Hohe Politik“ als auch auf die Person Dennis Radtke.



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